Chronisch Kranke in der gesetzlichen Krankenversicherung / Krankenkasse
Durch strukturierte Behandlungsprogramme, Disease-Management-Programme (DMP), werden chronisch Kranke behandelt.
Chronisch Kranke werden nach dem DMP systematisch versorgt. Einer Behandlung liegen Richtlinien zugrunde, welche über alle Stadien der Krankheit Anwendung finden. Dabei werden psychologische, medizinische und ökonomische Gesichtspunkte kontinuierlich analysiert. Dadurch wird die Versorgung stetig verbessert – und das auf allen Behandlungsebenen. Der Gesetzgeber möchte mit diesem Gesetz erreichen, dass ein erhöhter Wettbewerb um chronisch Kranke stattfindet und dass die Versorgungsqualität kontinuierlich verbessert wird. Dabei soll die Fehlerquote verringert, Über- oder Unterversorgung vermieden, Spätfolgen ausgeschlossen werden.
Daraus wird deutlich, dass das übergeordnete Ziel ist, Versorgungskosten für chronisch Kranke einzusparen. Fehler, Über- und Unterversorgung und Spätfolgen erzeugen Kosten, die vermeidbar sind, wenn man DMP kontinuierlich durchsetzt. Dabei verbindet sich DMP mit RSA (Risikostrukturausgleich). Die Richtlinien (Risikostrukturausgleichsverordnung, RSAV) geben die medizinischen Grundlagen und allgemeine Bedingungen für DMP wieder. Dabei wurden verschiedene Krankheiten durch den gemeinsamen Bundesausschuss (GemBA) im RSAV als DMP-angehörig festgehalten: Diabetes Typ I und II, Asthma, koronare Herzerkrankungen sowie Brustkrebs.
Diabetes ist eine Volkskrankheit, wobei die meisten am Typ II erkranken. Der Ursprung ist oft in Kindertagen anzusiedeln, sodass DMP hier ansetzt. Diabetes Typ I benötigt Insulin, um Erkrankten ein normales Leben zu ermöglichen. RSAV hält fest, dass Insulininjektionen Spätfolgen verhindern. Dafür wurden spezielle Dokumentationsbögen für die Patienten angelegt. Bei Typ-II-Erkrankten hingegen ist eine Rundum-Betreuung wichtig, um Spätfolgen zu vermeiden. Dabei sind die Frühdiagnose sowie die Therapiebetreuung unabdingbar.
An Asthma erkranken fünf Prozent der Erwachsenen und zehn Prozent der Kinder, weshalb auf die Behandlung und Früherkennung bei Jugendlichen der Schwerpunkt liegt. Die häufigste Todesursache hierzulande sind Herzkrankheiten, weshalb Prävention gegen Fehlernährung, Übergewicht, zu wenig Sport und Rauchen im DMP festgehalten wird, um die möglicherweise folgende Diabetes zu vermeiden. Cirka 50.000 Neuerkrankungen von Brustkrebs gibt es alljährlich! Die hohe Sterberate (17.000 p.a.) wird auf Über- und Unterversorgung zurück geführt. Hier gibt DMP Programme vor, die das vermeiden.
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